Die Geologie

Die Steilküste des San Bartolo Hügels weist mit ihren 200 Metern Höhe eine Aufeinanderfolge von sedimentären Schichten auf, die sich während eines Zeitraums abgesetzt haben, der mittlerweile etwa 10 bis 6 Millionen Jahre zurückliegt und von den Geologen “Messiniano” genannt wird (ndt: abgeleitet von dem Namen der Örtlichkeit, Zeitraum am Ende des Miozän). Damals war die Geographie der italienischen Halbinsel noch dabei sich zu formen und unterschied sich erheblich von der derzeitigen. Es ist interessant zu wissen, dass der San Bartolo eine der vollständigsten Sektionen des Messiniano in Italien darstellt: dies ist dem Meer zu verdanken, welches wie durch einen kräftigen Beilschlag, den einst so ruhigen Hügel im Norden der Marken einfach beschnitten hat. Unter stratigraphischer Hinsicht finden wir ausgehend von den unteren Schichten, die Schlier-Formation, die man unter “dem Kreuz” (Monte Castellaro) mit ihren Mergeln und aschgrauem Lehm, die sich mit einigen Lagen aus bituminösem, schwärzlichem Mergel abwechseln (“eusinische Pelite”), gut erkennen kann.
Es folgt die Gips-Schwefel-Formation, beginnend mit den charakteristischen Lagen von evaporativem Kalkstein, mit vielfältigen Farben (vom Weißlichen bis zum Beige-Braunen) und einem dolomitischen “kariesartigen” Aussehen, bis zum charakteristischen Geruch der Kohlenwasserstoffe, wo man mit etwas Glück Schwefel- und Zölestine-Kristalle finden kann.
Weitverbreiterter ist der Gips, den man auch ohne Kalkstein-Assoziation in wunderschönen Kristallen der Marienglasart und in faserigen “Sericolite” Aggregaten finden kann.Es folgen Tripel-Lehm-Mergel in den Farben Beige-Havanna, die dicht geschichtet und reich an Fossilien sind. Da die ersten beiden Formationen nur an einigen Stellen zum Vorschein treten, wo die Meereserosion den Kern der Antiklinal-Falte freigelegt hat, wurde ein Großteil der Steilküste in der darüber liegenden Formation von San Donato beschnitten, die von dem Wechselspiel zwischen den überwiegenden graufarbigen Mergellehmen und Lagen aus grau-beigem Sandstein, dessen Schichten Dezimeter stark manchmal jedoch auch weitaus breiter sind.

Diese Formation, die das grundlegende Gerüst des Hügelreliefs des San Bartolo darstellt, hat eine Stärke, die hier bis auf nur 180-200 Meter reduziert wurde, ein Zeichen dafür, dass wir uns in der Nähe von einem tiefen - Grund des Messiniano Meeres befinden, wo Strömungen und Erdrutsche unter dem Meer eine starke sedimentäre Ablagerung verhinderten.
Außerhalb der Steilküste (Südhang- Westseite des Hügelrückens) oder bei den höheren Abschnitten des San Bartolo (z.B. im Gebiet Leuchtturm-Imperiale) tritt die letzte und jüngste Meeresformation des Gebiets ans Licht: Die Colombacci-Formation, die den familiären gelblichen “Tuffstein” der Hügel Pesaros bildet. Es handelt sich in Wirklichkeit um gelb-ockerfarbige Sandsteine, die von sehr dünnen Schichten aus beige-havannafarbigen Mergeln unterbrochen sind. Die mysteriösen “Colombacci” sind charakteristische dünne Lagen aus evaporativem Sandstein in der Farbe weiß-beige, die leicht mergelig und zerbrechlich sind. Sie bildeten sich zyklisch, als die Gezeiten den Sand der Wassertiefen nahezu bespülten, in einem großen Lagunenbecken, das eher einem See als dem Meer ähnelte.
Mit dem Beginn des Pliozäns wird diese Welt aus waldreichen Inseln, engen Meeresarmen, Wildbächen und Lagunen während der imposanten Pliozän-Transgression überschwemmt.
Das Meer wird um viele hundert Meter tiefer, das zuvor deutlich subtropische Klima wird frischer. Es endet die Messiniano-Zeit und irgendwo, weitab im afrikanischen Kontinent, welcher die italienische Halbinsel einfasst, tun die allerersten Vorfahren des Menschen ihre ersten unsicheren Schritte.
Schreiben Sie uns
Home Page