Unter den Steinen des Ufers heben sich die goldgelben “Cogoli”
ab, abgerundete Sandsteine mit oft kuriosen Formen, die das Ergebnis einer
besonderen Gesteinsformation sind, die den Sand chemisch zu diesen kreisförmigen
Gebilden vereinigte. Der Kieselstrand beherbergt besondere und rare Meeres-Biozönosen,
während er in der Vergangenheit als bequeme Grube für Kies und
Fußbodensteine genutzt wurde, die man direkt auf Boote verlud. Die
historischen Dokumente zeigen, dass diese Tätigkeit einige hundert
Jahre lang andauerte, wobei das Material nach Ravenna, Rimini und in andere
Küstenstädte ausgeführt wurde. Erst in der zweiten Hälfte
des 20.Jhs. stellte man sie ein. Die alten Kopfsteinpflaster der Stadt Pesaro
und der Dörfer des Parks wurden einst auch mit diesen Steinen verwirklicht.
Diese sich im Lauf der Jahrhunderte fortsetzende Tätigkeit war durchaus
nicht günstig für die derzeitige Stabilität des Steilküstenstreifens
und hat sicherlich deren Erosionsprozess beschleunigt. Daher war es während
der letzten Jahre notwendig, Eingriffe vom Meer aus durchzuführen,
mittels Klippenbarrieren unter und über Wasser und Konsolidierungsarbeiten
an den steilen Wänden, um die bewohnten Zentren zu schützen. Die
Dynamik der Steilküste und die daraus erfolgende Bodenzusammensetzung
beeinflussen die Vegetation. Tatsächlich ermöglichen die Schroffheit
einiger Ausläufer und der vorwiegend mineralische Charakter des Substrats
lediglich die Ansiedlung einer Pioniervegetation, die hauptsächlich
aus Plinioschilfrohr (Arundo plinii) besteht, welches die weitverbreitetste
Naturpflanze des Gebiets ist.
Diese Eigenschaft des Anfangsstadiums der Nachfolge tendiert bei den steilsten
Hängen, wo häufige Gleitungen und Erdrutsche die Entwicklung des
Rohrs zu weiter fortgeschrittenen Stadien verhindern, eine Konstante zu
bleiben, während sich in den trockneren und stabileren Geländen
der Binsenginster (Spartium junceum)einfügt. Dort, wo die
Neigung geringer ist und sich eine gewisse Menge organischer Humus ansammelt,
findet man die Färberröte (Rubia peregrina), das etruskische
Geißblatt (Lonicera etrusca), junge Aleppokiefern (Pinus
halepensis), die sich sicherlich durch die spontane Aussaat der Aufforstungen
angesiedelt haben. Bei den Talwegen, die auch während der trockenen
Sommermonate feuchter sind, findet man Silberpappeln, Schwarzpappeln und
selten weiße Weiden. In einigen Abschnitten gibt es auch den Arundo
donax. Auch fehlen rare Arten, wie der “Linum maritimum” nicht. |