Die Steilküste und der Strand
 

Die Steilküste des S.Bartolo erhebt sich von den niedrigen Stränden der Romagna und der Marken als eine gewellte Aufeinanderfolge von Ausläufern und kleinen Tälern, die sich ins Meer absenken und hier und da mit steil ins Meer abfallenden Felsvorsprüngen abwechseln, die von einer Schichtung mit horizontaler Lage oder mit vertikaler Lage gestützt werden. Das Wechselspiel von sandartigen Bänken, Mergeln und Tonsegmenten neigt sich dort, wo keine horizontalen Lagen vorhanden sind, sanfter ins Meer ab und mischt sich mit den antiken Erdrutschen, mit denen die Steilhänge übersät sind. Die Quoten der höchsten Gipfel hinter der Steilküste, wie der Monte Castellaro oder der Monte Brisighella erreichen keine 200 Meter, doch sie ermöglichen einen weitläufigen Ausblick auf die Küste und das Meer, während die steil abfallenden Wände des Parks eine für die Sandküsten der Romagna und der Marken ungewöhnliche Meereslandschaft darstellen. Die Steilküste weist äußerst interessante geologische Aspekte vor, mit Fossilienfischen und raren Gipskristallen mit Linsenform oder faserig, wie die “Sericolite”. Unterhalb der Steilküste erstreckt sich ein schmaler Strand aus Kies und Kieselsteinen, der aus dem Abbruch und dem Abrutsch der ihn überragenden Wände entstanden ist.

Unter den Steinen des Ufers heben sich die goldgelben “Cogoli” ab, abgerundete Sandsteine mit oft kuriosen Formen, die das Ergebnis einer besonderen Gesteinsformation sind, die den Sand chemisch zu diesen kreisförmigen Gebilden vereinigte. Der Kieselstrand beherbergt besondere und rare Meeres-Biozönosen, während er in der Vergangenheit als bequeme Grube für Kies und Fußbodensteine genutzt wurde, die man direkt auf Boote verlud. Die historischen Dokumente zeigen, dass diese Tätigkeit einige hundert Jahre lang andauerte, wobei das Material nach Ravenna, Rimini und in andere Küstenstädte ausgeführt wurde. Erst in der zweiten Hälfte des 20.Jhs. stellte man sie ein. Die alten Kopfsteinpflaster der Stadt Pesaro und der Dörfer des Parks wurden einst auch mit diesen Steinen verwirklicht. Diese sich im Lauf der Jahrhunderte fortsetzende Tätigkeit war durchaus nicht günstig für die derzeitige Stabilität des Steilküstenstreifens und hat sicherlich deren Erosionsprozess beschleunigt. Daher war es während der letzten Jahre notwendig, Eingriffe vom Meer aus durchzuführen, mittels Klippenbarrieren unter und über Wasser und Konsolidierungsarbeiten an den steilen Wänden, um die bewohnten Zentren zu schützen. Die Dynamik der Steilküste und die daraus erfolgende Bodenzusammensetzung beeinflussen die Vegetation. Tatsächlich ermöglichen die Schroffheit einiger Ausläufer und der vorwiegend mineralische Charakter des Substrats lediglich die Ansiedlung einer Pioniervegetation, die hauptsächlich aus Plinioschilfrohr (Arundo plinii) besteht, welches die weitverbreitetste Naturpflanze des Gebiets ist.
Diese Eigenschaft des Anfangsstadiums der Nachfolge tendiert bei den steilsten Hängen, wo häufige Gleitungen und Erdrutsche die Entwicklung des Rohrs zu weiter fortgeschrittenen Stadien verhindern, eine Konstante zu bleiben, während sich in den trockneren und stabileren Geländen der Binsenginster (Spartium junceum)einfügt. Dort, wo die Neigung geringer ist und sich eine gewisse Menge organischer Humus ansammelt, findet man die Färberröte (Rubia peregrina), das etruskische Geißblatt (Lonicera etrusca), junge Aleppokiefern (Pinus halepensis), die sich sicherlich durch die spontane Aussaat der Aufforstungen angesiedelt haben. Bei den Talwegen, die auch während der trockenen Sommermonate feuchter sind, findet man Silberpappeln, Schwarzpappeln und selten weiße Weiden. In einigen Abschnitten gibt es auch den Arundo donax. Auch fehlen rare Arten, wie der “Linum maritimum” nicht.
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