
Moni Ovadia visits the Jewish Cemetery |
| Nach den traditionellen Begräbnisbräuchen
wurde der Leichnam in ein Leichentuch gewickelt und mit direktem
Kontakt zur Erde begraben. Särge waren nur nach dem Einverständnis
der gesamten Gemeinschaft zugelassen und mussten aus hellem Holz
gefertigt sein. In diesem Friedhof, wie auch in anderen, erfolgte
die Bestattung sehr oft vertikal, da das Grab von der Gemeinschaft
gekauft werden musste, und je kleiner der genutzte Bereich war,
desto geringer fiel der erforderliche Betrag aus.
Vor den in den letzten Jahren ausgeführten Renovierungsarbeiten
war der Friedhof vollständig überwuchert und somit unzugänglich,
um die wertvollen Zeugnisse der Vergangenheit zu besichtigen. Beim
Freilegen der Grabmonumente mit deren Säuberung und Restauration
wurde der natürliche Charakter des Orts, den er in den Jahren
angenommen hat, in jeder Hinsicht beibehalten. Nachdem man das Eingangstor
hinter sich gelassen hat, kann neben den Grabmonumenten die typische
Vegetation mit wertvollen Pflanzen und Bäumen begutachtet werden,
die dazu beitragen, dem Ort eine außergewöhnlich romantische
Atmosphäre zu verleihen.
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| Der
jüdische Friedhof |
An den Hängen des
Hügels San Bartolo auf einem nach Osten gerichteten Abhang
befindet sich der jüdische Friedhof, der die jahrhundertelange
Präsenz einer jüdischen Gemeinde in der Stadt Pesaro bezeugt,
die ihren Beitrag an der lokalen kulturellen, bürgerlichen
und wirtschaftlichen Identität leistete.
Der Friedhof wurde Ende des 17. Jahrhunderts von einer besonders
florierenden und zahlreichen Gemeinschaft eingerichtet, die durch
die Ankunft einiger Familien aus Ancona (im Anschluss an die brandbedingte
Zerstörung des Judenviertels zur Flucht gezwungen) und aus
Portugal verstärkt wurde. Als Beweis der Größe der
Gemeinschaft und ihres Wohlstand kann u. a. der Bau der sephardischen
Synagoge innerhalb des Ghettos in Pesaro herangezogen werden.
Der Friedhof erstreckt sich auf ca. 6.700 Quadratmeter, befindet
sich direkt über dem Meer, zeigt in Richtung Jerusalem und
wird durch kleine Terrassen am Hang gebildet. Heute noch sind mehr
als 150 Grabdenkmäler erhalten, auch wenn man davon ausgeht,
dass zahlreiche Gräber nicht mehr zu unterscheiden sind, da
nicht jede Familie über die notwendigen Mittel für Grabsteine
oder dergleichen verfügte.
Der Friedhof kann ideell in drei Bereiche unterteilt werden: Im
oberen und auch ältesten Bereich befinden sich zahlreiche vertikale
Grabstellen und zylindrische Grabsteine mit Inschriften und Verzierungen.
Der zentrale Bereich enthält u. a. prächtige Grabmonumente
im klassischen Stil, während im unteren und jüngsten Bereich
romanische und naturalistische Formen vorherrschen. Für die
Grabstellen wurden Bruchsteine aus den einheimischen Steinbrüchen
verwendet (Kalkstein aus Piobbico, Sandstein oder Marmor aus Carrara
und Cipollino).
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Besichtigungen sind von Juni bis September
jeden Donnerstag zwischen 17 und 19 Uhr möglich.
Am Ort ist ein Infostand eingerichtet, während von 18:00 bis
19:00 Uhr eine kostenlose Führung in Anspruch genommen werden
kann. |
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