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Die Rätsel um die versunkene Stadt Val Bruna
Zahlreiche Fundstücke um den Hafen Vallugola haben die Legende
und den Mythos einer versunkenen Stadt römischen Ursprungs
mit dem Namen Val Bruna genährt, deren Reste von Historikern
und Tauchern beharrlich gesucht wurden. Von der antiken Stadt, die
vor vielen Jahrhunderten mysteriös versunken sein sollte, gibt
es keinerlei Zeugnisse durch Inschriften, jedoch an besonders klaren
Tagen, wenn das Meer ruhig ist und tieferen Einblick gewährt,
sind sofort einige Personen zur Stelle, die darauf schwören,
Ruinen von antiken Behausungen, Straßen, Säulen und Tempeln
auszumachen. Das Auffinden im Verlauf der Jahre von Bruchstücken
antiker Statuen, Amphoren, Tongefäße, Mosaikböden,
Marmorblöcke und Bleirohre zwischen Fiorenzuola und Gabicce
sowie an seichten Stellen des Hafens Vallugola beweist auf jeden
Fall, dass dieser Bereich stets stark besiedelt war, liegt er doch
geschützt zwischen den letzten Hügeln am Meer, wo die
Sonnenstrahlen ihre Wärme entfalten können und starke
Winde weniger einwirken.
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| Vallugola |
| Die Entdeckung von Bruchstücken
attischer Vasen aus dem 5. Jahrhundert vor Christus und zahlreicher
anderer Gegenstände in der Nähe von Santa Marina di Focara
zeugt von der antiken Existenz eines kleinen Hafens an der Küste
des San Bartolo, in dem in der Antike Schiffe aus Griechenland anlegten,
um anschließend die Häfen Adria und Spina weiter nördlich
anzulaufen. Der Hafen, der zunächst den allgemeinen Namen „di
Focara“ annahm, wurde im römischen Zeitalter in die Bucht
Vallugola versetzt und blieb über das gesamte Mittelalter bis
zur modernen Zeit ein aktiver Umschlagplatz für Waren. Nach
Analysen der archäologischen Fundstücke geht man davon
aus, dass die Molen des Hafens auf Pfahlbauten ruhten und große
Lager für die Waren zur Verfügung standen. Nach der Völkerwanderung
und der Befreiung des Landes durch die Byzantiner erfuhr der Handel
über diesen Hafen eine neue Blüte, wie der Umschlag aller
aus Dalmatien importierten Waren belegt.
Nach der lokalen Ortnamenkunde könnte der Name Vallugola von
Valle lucula (dunkles Tal aufgrund des Waldes) oder Valle dell’ugola
in Bezug auf das bekannte Phänomen des Echos, das man hier
hören kann, abgeleitet sein. Als nahe liegend wird jedoch auch
der Ursprung Vallisi uvula, die Verkleinerungsform von Traube, angenommen,
womit ein <Tal der kleinen Weine> umschrieben wird. Tatsächlich
gehörte der Wein, zusammen mit Mehl, Getreide, Ackerbohnen
und Feigen, zu den am meisten umgeschlagenen Produkten.
Der Hafen stellte auch eine wichtige Ergänzung des Hafens Pesaro
dar, der aufgrund der Lage an der Mündung des Flusses Foglia
oft überschwemmt und versandet wurde; für die Gemeinden
der nahe gelegenen Hügel war Vallugola zudem viel leichter
zu erreichen und demnach ideal, um die eigenen Waren zu verladen,
befand man sich doch in unmittelbarer Nähe der nach einem römischen
Konsul benannten Straße Flaminia. Auch für die Schiffe
bot er eine wichtige Notanlegestelle, und zwar dank der antiken
Quelle Mida, die man zur Trinkwasserversorgung leicht erreichen
konnte.
Der hohe Stellenwert des Hafens Vallugola endete erst im Jahr 1614,
als Francesco Maria II Della Rovere entschied, den Verlauf des Flusses
Foglia in Pesaro zu ändern, um einen modernen Hafen einzurichten,
in dem die in jener Zeit neu gebauten Schiffe mit höherer Ladekapazität
und größerem Tiefgang einlaufen konnten.
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