Kirche des heiligen Andreas

 

Die antike Kirche des heiligen Andreas
Unter den bedeutsamen Zeugen der Geschichte von Fiorenzuola sollte der Kirche des heiligen Andreas besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, von der heute nur noch der eindrucksvolle Glockenturm mit der die Stunden ankündigenden Uhr steht. Das Fundament des Turms schließt an starken, „7-köpfigen“ Mauern an, die ursprünglich entweder zu einer Waffenkammer oder einer kleinen Festung, auf jeden Fall jedoch zu einer Verteidigungsstruktur zählten.

Fiorenzuola di Focara

 

Es ist eines der vier Schlösser (zusammen mit Casteldimezzo, Gradara und Granarola), die zwischen dem 10. und 13. Jh. errichtet wurden und ein Verteidigungssystem darstellen, das dazu dient den Siligata-Paß, im Grenzgebiet zwischen der Kirche von Ravenna und der Kirche von Pesaro, und dann zwischen den Malatesta von Rimini und jenen von Pesaro, zu kontrollieren.
Der Ort hieß ursprünglich Fiorenzuola und bekam 1889 den Beinamen “di Focara”, wahrscheinlich weil es hier in der Antike Feuerstellen gab (fuoco=Feuer), die den Seefahrern die Stellung signalisierten, oder wegen des Vorkommens von sogenannten “Fornacelle”, wo man Ziegel und Terrakotten brannte (vom romagnolischen Dialekt fuchèr oder fughèr, d.h. Feuer machen, um Ziegel zu brennen). Als Zeugnisse zur Geschichte des Ortes sind einige Portale aus dem 17.-18. Jh., ein paar Türklopfer an den Eingängen und Reste der mittelalterlichen Stadtmauern erhalten geblieben. Interessant ist auch eine Tür, auf der ein Schild angebracht ist, welches einige Verse von Dante (Inferno XXVIII) in Erinnerung ruft, die sich auf ein Vorkommnis beziehen, das sich auf dem unten liegenden Meer ereignete. Außerdem ist die Chiesa di Sant'Andrea erwähnenswert, für die es seit dem 12.Jh. schriftliche Belege gibt. Es ist besonders suggestiv durch diesen kleinen Ort zu schlendern, in dessen Gässchen und kleinen Plätzen die Erinnerung an die Vergangenheit intakt geblieben ist.

 


Piazza Paoli
Erwähnung findet die antike Kirche des heiligen Apostels Andreas bereits in einigen Dokumenten aus dem Jahr 1144, was deren hohen Stellenwert unterstreicht, der ferner durch die Tatsache belegt wird, dass dieser Ort zu den bevorzugten Gemeinden in der gesamten Diözese von Pesaro gehörte. Nach der Neukonstruktion der Kirche im Jahr 1825 auf den Fundamenten der antiken Burgfestung wurden fünf Altare eingerichtet, die jeweils dem heiligen Andreas, dem heiligen Antonius aus Padua, der heiligen Lucia und der heiligen Agathe, der Madonna des Rosenkranzes und des Gekreuzigten gewidmet waren. Zur Außengestaltung der Altare zählten handwerkliche Meisterwerke, von denen heute einige in Pesaro, andere in der neuen Pfarrei außerhalb der Festungsmauern konserviert sind. In der Kirche befand sich eine sehr schöne Orgel der Callido-Schule, die 1825 nach den Wünschen des damaligen Pfarrers Don Rossi gebaut wurde. Bis 1867, dem Jahr der Einrichtung des bis heute bestehenden Friedhofs, wurden die Pfarrer, die Mitglieder der zwei Bruderschaften und die Kinder in der Kirche bestattet. Am 16. August 1916 zerstörte ein starkes Erdbeben die Kirche des heiligen Andreas, verschonte jedoch den eindrucksvollen Glockenturm, der kürzlich als Symbol der Ortschaft restauriert wurde.

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