Die archäologische Ausgrabungsstätte von Colombarone

Die archäologischen Ausgrabungen wurden 1983 eingeleitet und hatten zwei Ziele: die Position des in der zweiten Hälfte des 18.Jhs. vom aus Pesaro stammenden Gelehrten Annibale degli Abbati Olivieri Giordani erforschten Gebiets festzulegen und die Funktionen der zu diesem Anlass gefundenen Strukturen herauszufinden, für die Gian Andrea Lazzarini, ein Architekt aus Pesaro, einen Grundriss angefertigt hatte.
Gemäß den Aufzeichnungen von Olivieri mussten diese Strukturen zur frühchristlichen Basilika von San Cristoforo “ad Aquilam” gehören, die sich längs der Via Flaminia in 50 Meilen Entfernung von Ravenna befand und wo sich 743 der Exarch Eutiche mit dem Papst Zacharias getroffen hatte.
Das überraschende Ergebnis der letzten Ausgrabungsjahre war jedoch, dass die Funde zu einen wichtigen Residenzkomplex aus der Spätantike gehören, der Ende des 3. -Anfang des 4. Jhs. n.Chr. längs der Via Flaminia entstanden war.


Es handelt sich daher um eine jener herrschaftlichen Residenzen, die als Begleiterscheinung der sich aufgrund einer neuen politischen und sozialen Situation manifestierenden Ausdehnung des Großgrundbesitzes auftraten.
Die bekannteste dieser Residenzen in Italien ist die große Villa von Piazza Armerina. Unter wissenschaftlichem Gesichtspunkt ist der Komplex von Colombarone daher äußerst wichtig, da er eine der wenigen Villen ist, die bisher bekannt sind und die einzige der Marken, die systematisch erforscht wurde. Die Villa von Colombarone wird von fünf nebeneinander liegenden Räumlichkeiten charakterisiert, die alle einen Mosaikfußboden aus weißen, schwarzen und polychromen Mosaiksteinen mit geometrischen und geblümten Motiven haben. Alles in allem kann man daher annehmen, das die in Colombarone ans Licht kommenden Strukturen nicht nur für die Geschichte und die Kultur Pesaros, sondern für die der ganzen Region ein bedeutungsvolles Element darstellen.
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