The story of the wooden crucifix from the sea
Der Ruhm der Festung und der dazugehörigen Kirche des heiligen Apollinaris und des heiligen Christophorus (die sich im Laufe der Jahre gegenüber der berühmten Basilika des heiligen Christophorus ad Aquilam in Colombarone behauptete, sodass sie deren Name übernahm) ist dem außerordentlichen Holzkreuz über dem Hauptaltar zu verdanken, das den Ort zu einer bevorzugten Wallfahrtsstätte in der gesamten Region werden ließ. Der Christus am Holzkreuz, der als der vom Meer kommende Gekreuzigte bezeichnet wird, ist das Werk des venezianischen Holzbildhauers Antonio di Bonvesin und des

Casteldimezzo

 


Ex Castrum Medi (auch Galliolo oder Gaiola oder Garzoleto oder Castel Bernardo genannt). Es befindet sich etwa 200 Meter über dem Meeresspiegel und stellt einen natürlichen Balkon dar, von dem der Blick über einen weiten Horizont schweifen kann, von dem sich das Kastell von Gradara, die “Zinnen” von San Marino und der Gibbio des Catria Berges abheben. In Casteldimezzo sind Teile der Stadtmauern erhalten geblieben, die einst von zahlreichen Warttürmen unterbrochen waren, während von der Burg heute nichts mehr zu sehen ist. Besonders interessant ist die den Heiligen aus Ravenna, Apollinare und Christoph, gewidmete Kirche, die ein von Jacobello del Fiore verwirklichtes Kruzifix aus dem 15.Jh. birgt: bezüglich dieses Kruzifixes wird eine abenteuerliche Legende erzählt, an die eine Gedenktafel aus dem Jahre 1652 erinnert, die sich ebenfalls innerhalb der Kirche befindet. Genauso bedeutungsvoll ist die große Tafel über dem zentralen Altar, die eine thronende Muttergottes mit Kind, die Heiligen Apollinare und Christoph und einen komponierenden Engel darstellt. Es handelt sich um ein Werk von F. Zaganelli oder G. Marchesi, das etwa auf das Jahr 1510 datierbar ist.


berühmten Malers Iacobello del Fiore, dem die Historiker nicht nur die Farbgestaltung, sondern auch die Projektierung zuweisen. Nach der Legende wurde das in einer Holzkiste verstaute Kunstwerk Anfang des 16. Jahrhunderts per Schiff angeliefert, das kurz vor Erreichen des Ziels Schiffbruch erlitt. Für die Einwohner galt die Kiste mit dem Gekreuzigten als für immer verloren, die Holzskulptur schwamm jedoch wunderbarerweise auf dem Wasser, bis sie am Strand zwischen Casteldimezzo und Fiorenzuola angeschwemmt wurde. Aus der jahrhundertelangen Überlieferung geht nun hervor, dass die zwei Festungen das Kunstwerk jeweils für sich beanspruchten, sodass nahezu ein Waffengang zu befürchten war, bis jemand vorschlug, das göttliche Urteil entscheiden zu lassen. Der Gekreuzigte wurde somit auf einen Wagen mit zwei vorgespannten Ochsen geladen, die ohne jegliche Führung frei laufen sollten, um das von Gott vorgesehene Ziel zu erreichen. Die Ochsen machten sich daraufhin auf den Weg, erreichten ohne Zögern den Ort Casteldimezzo und hielten erst vor der Kirche an, wodurch der Wille Gottes bewiesen war.
Dem Gekreuzigten werden zahlreiche Wunder zugewiesen. Das berühmteste Wunder betrifft die Einwohner der Festung und bezieht sich auf die Nacht des 6. Mai 1517. In jenen Tagen trugen die Garnisonen des Herzogs von Urbino Francesco Maria I Della Rovere heftige Gefechte aus, um das Herzogtum zurückzuerobern, das der Neffe des Papstes Leon X., Lorenzo di Pietro de Medici, an sich gerissen hatte. Die Milizen des Papstneffen befanden sich in unmittelbarer Nähe von Pesaro, und nach schweren Kämpfen schien deren Niederlage unabwendbar. Die Zerschlagung der Truppe bewirkte, dass sich auf der Flucht befindliche Banden bildeten, die zwischen Casteldimezzo und Gabicce Schutz suchten. Zirka 7000 Soldaten mit unterschiedlicher Herkunft aus ganz Europa versammelten sich unter den Mauern der Festung, um diese zu plündern. Zu Tode erschreckt und der eigenen Schwäche bewusst vereinten sich die Einwohner von Casteldimezzo in der Kirche des heiligen Apollinaris und beteten zum Gekreuzigten, um die tödliche Gefahr abzuwenden. Nach einer endlosen Nacht, in der von den wütenden Soldaten nur unverständliche verbale Angriffe zu verzeichnen waren, ging die Sonne auf, ohne dass auch nur ein Tor der Festung gestürmt war, woraufhin die Einwohner im Bewusstsein der wunderbaren Rettung die Gebete in Lobesgesänge umwandelten. Zum Gedächtnis des Ereignisses wurde eine Kappelle errichtet, die hundert Jahre später bei einem Erdbeben zusammenfiel und daraufhin durch einen heute noch sichtbaren Gedenkstein mit einer entsprechenden Inschrift ersetzt wurde.
Die Wundertaten des Gekreuzigten wurden schnell über die Grenzen der Festung bekannt, und die Kirche avancierte zu einem Wallfahrtsort, der Gläubige auch weit außerhalb der Region anzog. Im Jahr 1782 gewährte Papst Pius VI <den ewigen vollkommenen Sündenablass all jenen, die nach Beichte und Kommunion an einem beliebigen Tag des Jahres zu dieser Kirche wallfahrten, und der Sündenablass könne auch auf bereits verstorbene Gläubige erweitert werden>.
Ein weiteres interessantes Kunstwerk, das in der kleinen Kirche von Casteldimezzo bewundert werden kann, ist die in der Kappelle links zum Eingang befindliche Bildtafel mit dem heiligen Christophorus und dem heiligen Apollinaris, den Namensgebern der Kirche. Das Bild soll nach der umstrittenen Meinung der Historiker ein Werk von Francesco Zaganelli aus Cotignola oder seines älteren Bruders Bernardino sein und stellt die Madonna mit dem Kind dar, an deren Seite die heiligen Namensgeber der Pfarrei stehen. Die Bildtafel wurde 1510 von Giovanni Sforza in Auftrag gegeben, der auch aus Cotignola stammte.
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