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| berühmten Malers Iacobello del Fiore, dem die Historiker nicht nur die Farbgestaltung, sondern auch die Projektierung zuweisen. Nach der Legende wurde das in einer Holzkiste verstaute Kunstwerk Anfang des 16. Jahrhunderts per Schiff angeliefert, das kurz vor Erreichen des Ziels Schiffbruch erlitt. Für die Einwohner galt die Kiste mit dem Gekreuzigten als für immer verloren, die Holzskulptur schwamm jedoch wunderbarerweise auf dem Wasser, bis sie am Strand zwischen Casteldimezzo und Fiorenzuola angeschwemmt wurde. Aus der jahrhundertelangen Überlieferung geht nun hervor, dass die zwei Festungen das Kunstwerk jeweils für sich beanspruchten, sodass nahezu ein Waffengang zu befürchten war, bis jemand vorschlug, das göttliche Urteil entscheiden zu lassen. Der Gekreuzigte wurde somit auf einen Wagen mit zwei vorgespannten Ochsen geladen, die ohne jegliche Führung frei laufen sollten, um das von Gott vorgesehene Ziel zu erreichen. Die Ochsen machten sich daraufhin auf den Weg, erreichten ohne Zögern den Ort Casteldimezzo und hielten erst vor der Kirche an, wodurch der Wille Gottes bewiesen war. | |
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Dem Gekreuzigten werden zahlreiche Wunder zugewiesen. Das berühmteste Wunder betrifft die Einwohner der Festung und bezieht sich auf die Nacht des 6. Mai 1517. In jenen Tagen trugen die Garnisonen des Herzogs von Urbino Francesco Maria I Della Rovere heftige Gefechte aus, um das Herzogtum zurückzuerobern, das der Neffe des Papstes Leon X., Lorenzo di Pietro de Medici, an sich gerissen hatte. Die Milizen des Papstneffen befanden sich in unmittelbarer Nähe von Pesaro, und nach schweren Kämpfen schien deren Niederlage unabwendbar. Die Zerschlagung der Truppe bewirkte, dass sich auf der Flucht befindliche Banden bildeten, die zwischen Casteldimezzo und Gabicce Schutz suchten. Zirka 7000 Soldaten mit unterschiedlicher Herkunft aus ganz Europa versammelten sich unter den Mauern der Festung, um diese zu plündern. Zu Tode erschreckt und der eigenen Schwäche bewusst vereinten sich die Einwohner von Casteldimezzo in der Kirche des heiligen Apollinaris und beteten zum Gekreuzigten, um die tödliche Gefahr abzuwenden. Nach einer endlosen Nacht, in der von den wütenden Soldaten nur unverständliche verbale Angriffe zu verzeichnen waren, ging die Sonne auf, ohne dass auch nur ein Tor der Festung gestürmt war, woraufhin die Einwohner im Bewusstsein der wunderbaren Rettung die Gebete in Lobesgesänge umwandelten. Zum Gedächtnis des Ereignisses wurde eine Kappelle errichtet, die hundert Jahre später bei einem Erdbeben zusammenfiel und daraufhin durch einen heute noch sichtbaren Gedenkstein mit einer entsprechenden Inschrift ersetzt wurde. |
| Die Wundertaten des Gekreuzigten wurden schnell über
die Grenzen der Festung bekannt, und die Kirche avancierte zu einem Wallfahrtsort,
der Gläubige auch weit außerhalb der Region anzog. Im Jahr 1782
gewährte Papst Pius VI <den ewigen vollkommenen Sündenablass
all jenen, die nach Beichte und Kommunion an einem beliebigen Tag des Jahres
zu dieser Kirche wallfahrten, und der Sündenablass könne auch
auf bereits verstorbene Gläubige erweitert werden>. Ein weiteres interessantes Kunstwerk, das in der kleinen Kirche von Casteldimezzo bewundert werden kann, ist die in der Kappelle links zum Eingang befindliche Bildtafel mit dem heiligen Christophorus und dem heiligen Apollinaris, den Namensgebern der Kirche. Das Bild soll nach der umstrittenen Meinung der Historiker ein Werk von Francesco Zaganelli aus Cotignola oder seines älteren Bruders Bernardino sein und stellt die Madonna mit dem Kind dar, an deren Seite die heiligen Namensgeber der Pfarrei stehen. Die Bildtafel wurde 1510 von Giovanni Sforza in Auftrag gegeben, der auch aus Cotignola stammte. |
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